Tabea Lurk: Aus der Luft gegriffen — und dann?
Tabea Lurk schreibt nach der Performance «Aus der Luft gegriffen» von Andrea Saemann vom Sonntag, 18.01.2026 in der Kaserne Basel.
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«Fangen wir einfach direkt an!» Andrea Saemann hat die langgestreckte Bühne in der Reithalle der Kaserne Basel von links betreten, als sie diese Worte spricht. Sie schaut kurz nach rechts, woher sie kam, atmet tief ein und fährt dann ohne Umschweife fort. Dabei öffnet sie ihre Bewegung, um dem ganzen Publikum zugänglich zu sein.
Das Direkte meint zugleich den Anfang, den Beginn der Performance Kunst, also jener Moment, an dem Künstler*innen ihre – oft nackten – Körper direkt und für einige unvermittelt in das statisch gewordene, installative Gepräge der Gegenwartskunst gesetzt haben. Die Unerhörtheit dieses Unterfangens unterstreicht Andrea gestisch. Argumentation und Bewegungen, Handlungen und Erläuterungen wirken folgerichtig. Sie erzählt, wie das Eintrainieren des Umgangs mit dieser äusserlich aufoktroyierten Nacktheit beim Publikum – invertierend – zeitweise dazu geführt habe, dass nackt zu sein und zu handeln gar zum Eintrittsbillett für die Performance Kunst wurde: ohne Nacktheit, quasi keine Performance Kunst, keine Performance Künstler*in. Entsprechend trotzig wirkt noch immer die erzählte und körperlich nachempfundene Erinnerung an ihr erstes, halbnackt performtes Stück Liberty 2002 im Kunstmuseum Basel. (…)
(Auszug vom Textanfang)
Credits zu Aus der Luft gegriffenKonzept, Performance: Andrea SaemannBegleitung: Barbara EllenbergerPerformance für die Kamera: Christoph Oertli, Andrea SaemannVideo & Editing: Muda Mathis, Christoph Oertli, Andrea Saemann, Sus ZwickTechnik: Pina SchläpferDokumentation: Frank Ellenberger, Christoph Oertli, Karin Salathé
In Koproduktion mit der Kaserne Basel und unterstützt von: Fachausschuss Darstellende Künste BS/BL, Ernst Göhner Stiftung